Design für alle
15. Juni 2010 von Lottika I.
Da ich mich wohl ab Oktober zu den gefühlten Millionen von Designstudenten zählen darf, die lauter Dinge entwerfen, die die Welt nicht braucht; habe ich mir gedacht: Schauste dir mal an, was so auf dich zukommt. Tadaaahh… und ich sah jede Menge Röhrenjeans, gepaart mit Seitenscheitel und Schlabberpullis. Nein, mal im Ernst. Auf dem diesjährigen Designfestival Berlin (DMY -was auch immer die Abkürzung heißen soll) war das Ausstellerrepertoire zum Glück sehr unterschiedlich. Von Betonbechern, unbequem aussehenden Sitzmöbeln, Fransenlampen bis hin zu lustigen Apperaturen, Schäfchen-hockern und Bioplastik. Es gab ne Menge interessantes und uninteressantes Zeug zu sehen. Und eines meiner Lieblingsstücke, das Spiderman-Klettergerüst aus Transparent-Klebeband (siehe Fotos) hat auch noch nen Preis gewonnen.
Ich frage mich nur immer wieder, wie es zu diesem eigentlich so uniformen Erscheinungsbild kommt. Gerade im Bereich Möbel/Interieur erkennt man das Designerstück sofort: kubistisch, unbequem, nackig und am besten noch ganz allein in der Loftwohnung mit Parkett und ner Fransenlampe drüber. -Wieso? Warum nicht mal speckig, wuchtig, reichlich verzeirt und überkandiedelt, wie es früher einmal Mode war. Wo soll dieser Trend noch hinführen – dass wir alle irgendwann nur noch auf Silikonblasen sitzen und an Aluminiumwürfeln frühstücken?
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